Thrudvangar – Durch Blut und Eis

Ende des Monats erscheint mit “Durch Blut und Eis” das mittlerweile vierte Album der Viking-Metal-Band Thrudvangar. Inhaltlich befasst sich die CD mit der Geschichte Erik des Roten – Týrs “Eric the Red”-Album lässt grüßen.

Wie sich “Durch Blut und Eis” anhört lest ihr in dieser Rezension.

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Mit einem Intro und zwölf Liedern kommt “Durch Blut und Eis” auf eine stolze Gesamtspielzeit von über einer Stunde. Die Liedsprache auf der CD ist durchgehend Deutsch.

Bevor es mit den Metal gewordenen Geschichten von Erik dem Roten losgeht, leitet das nicht wirklich besondere, aber durchaus zweckmäßige Intro die CD ein. Mit der am Anfang des Intros zu hörenden Flöte verspricht der Track ein wenig mehr, als das Album halten kann. Folkloristische Klänge hört man auf “Durch Blut und Eis” nämlich abgesehen von ein paar Zupfern an der Akustik-Gitarre nur in absoluten Ausnahmefällen, die Begleitfunktion übernimmt größtenteils ein Keyboard. Erst im letzten Stück des Albums, “Sein letzter Ritt”, kehrt auch das Flötenspiel zurück.

Mit “Thorvald’s Tod” (ja, mit Apostroph geschrieben) hört man zunächst eines der schnelleren Stücke des Albums, Thrudvangar haben aber auch langsamere Lieder auf ihr Album gebannt. Ob schnell oder langsam, bei allen Geschwindigkeiten wahrt die Band stets ein melodisch gehaltenes Klangkonzept. Immer, auch bei Passagen mit gesteigertem Schlagzeugeinsatz, steht das melodische Gitarrenspiel deutlich im Vordergrund, die oft und gerne präsenten Keyboard-Schleifen tun ihr übriges.

Auch der Gesang auf “Durch Blut und Eis” – obwohl genretyptischer Growl-Gesang – nimmt sich eher zurück. Im Klangbild platziert sich der Gesang meist wenig aggressiv oder aufdringlich hinter der melodischen Wand der Instrumente. Insgesamt kann man Thrudvangar also als vergleichsweise gediegene Vertreter ihres Genres bezeichnen.

Die musikalischen Fähigkeiten von Thrudvangar gehen auf “Durch Blut und Eis” durchaus in Ordnung. Allzu aufwändige Soli oder sonstige musikalische Höhepunkte darf man zwar nicht erwarten, irgendwelche spieltechnischen Durchhänger leistet sich die Band im Gegenzug aber auch nicht.

“Durch Blut und Eis” weiß an sich zu gefallen, Thrundvangar warten mit einigen schönen Melodien auf und gerade die langsameren Stücke versprühen auch eine gewisse Atmosphäre. Den Punkt Abwechslungsreichtum muss man der Band aber mit dem Rotstift markieren. Allein die Tatsache, mal schneller und mal langsamer zu spielen, reicht noch lange nicht aus, um auf einem mehr als eine Stunde andauernden Album zu begeistern. Die wenigen Noten der Akustikgitarre, die man im ganzen Albenverlauf an einer Hand abzählen kann, helfen da auch nicht weiter.

Einige dahingehende Lichtblicke bescheren Thrudvangar dem Hörer dagegen mit einigen gesprochenen Einlagen, die den Gesang sinnvoll ergänzen und für einige interessante Momente sorgen.

Fazit

Ein Album mit Licht und Schatten. Viking-Metal-Fans finden in “Durch Blut und Eis” ein grundsolides Werk, viel mehr als das aber auch nicht.

 

Rezension: Stefan Frühauf, Stefan(at)dark-festivals.de