Duir – Catarsi

Duir ist der Name einer noch wenig bekannten Band aus Italien, die Melodic Black Metal mit Folk Metal verbindet. Von anderen Folk-Black-Metal-Bands unterscheiden sich Duir dabei durchaus, denn sie haben einen doch recht eigenen Stil mit hohem Wiedererkennungswert.

Am 26. Juni erscheint Duirs zweites Album „Catarsi“. Könnte es ein Grund sein sich mal näher mit der Band zu beschäftigen?

„Catarsi“ enthält sechs Lieder mit einer Gesamtspielzeit von 46 Minuten. Das gesamte Album ist auf Italienisch gehalten – bis auf einen kurzen deutschsprachigen Einwurf von Gastsänger L.G. (Ellende).

Laut Pressetext ist das Album im Ersten Weltkrieg angesiedelt. Es begleitet einen jungen Soldaten auf seinem Weg, der ihn durch verschiedenste emotionale Zustände von Stolz bis Verzweiflung führt.

Wenn man kein Italienisch kann, muss einen das hier nicht weiter stören. Die Emotionen sind auch rein durch das Klangbild greifbar. Das Fundament von Duir liegt dabei im melodischen Black Metal. Ihr Sound ist schroff und nicht überproduziert, angenehm schnell, bringt kalte Klangfarben und eine gute Melodieführung mit sich.

Auch der packende Scream-Gesang, ansprechende Spielfertigkeiten und stets ordentlich Vortrieb tragen hier zu einem Sound bei, der schlicht und einfach gut anzuhören ist. Schon als „reine“ Black-Metal-Band wären Duir also wirklich in Ordnung.

Auf dieses Fundament satteln die Italiener dann aber noch einiges drauf. Mit Flöte, Dudelsack und Drehleier fügen sie ihrem Black-Metal-Klangbild eine folkloristische Seite an. Die Art und Weise wie sie das tun, ist schon bemerkenswert. Bei vielen Bands, die zwischen Folk- und Black Metal stehen, ist die Folk-Seite recht dominant und die Melodien der Folk-Instrumente treten weit in den Vordergrund.

Das ist bei Duir anders. „Catarsi“ bleibt zu jeder Zeit vor allem ein Black-Metal-Album. Weder die Blastbeats, noch die kalten Riffs oder der Scream-Gesang nehmen sich auch nur ein Stück weit zurück. Die Folk-Instrumente werden wunderbar in das Black-Metal-Klangbild eingewoben, ohne dieses aber irgendwie in Frage zu stellen.

Und trotzdem heißt das nicht, dass Flöte, Dudelsack und Drehleier nur reine Hintergrundbegleitung machen. Die Folk-Instrumente werden sehr markant, aber eben nicht dominant eingesetzt. Sie sind wirklich sehr gut dosiert und fügen dem Klangbild so manches an: Hier eine gewisse Fülle, dort einen Schuss Epik oder anderswo ein Mehr an Atmosphäre.

Ich kann es nur nochmal sagen: Die Art und Weise wie die Folk-Instrumente hier eingebracht werden, ist richtig gut gemacht. Es dürfen sich also auch Black-Metal-Fans angesprochen fühlen, die Folk-Einflüssen sonst skeptisch gegenüberstehen. Das Ergebnis von alledem kann sich sehr gut hören lassen. Was Duir hier abliefern ist stimmig, atmosphärisch und hat eine ganz eigene Note.

Fazit

Melodic Black Metal und Folk Metal haben in den letzten Jahren wenige so gut unter einen Hut gebracht. Ein wirklich starkes Album!

Punkte: 8.5 / 10

 

Rezension: Stefan Frühauf, Stefan(at)dark-festivals.de