Skalmöld – Baldur

Die isländische Viking-Metal-Band Skálmöld wurde 2009 von sechs Musikern mit sehr unterschiedlichen musikalischen Vorgeschichten gegründet.

2010 brachte die Gruppe in Island und auf den Färöer Inseln ihr Debütalbum „Baldur“ heraus, das sich als Konzeptalbum mit der Sage des isländischen Wikingers Baldur beschäftigt. Nachdem „Baldur“ in der Heimatregion von Skálmöld nun also schon ein Jahr lang zu haben ist, bringt das österreichische Plattenlabel Napalm Records das Werk in den nächsten Tagen auch weltweit heraus.

Der Aufwand lohnt sich.

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„Baldur“ ist ein Werk mit einer umfangreichen Gesamtspielzeit von gut einer Stunde. Die Hörer erwartet aber nicht nur Masse, sondern auch Klasse. An den spielerischen Fertigkeiten auf „Baldur“ kann man dabei ablesen, dass die Mitglieder von Skálmöld trotz Debütantenstatus schon mannigfaltige musikalische Erfahrungen vorzuweisen haben.

Ihren grundlegenden Stil finden Skálmöld auf „Baldur“ im epischen Viking Metal. Hierzu bedient sich die Band neben einem grundsätzlich sehr melodisch gehaltenen Metal-Klangbild isländischer Texte, zahlreicher Chor-Passagen und einigen Folklore-Einflüssen.

Bei dem, was Skálmöld aus diesem Grundkonzept machen, gehen die Isländer vor allen Dingen sehr vielseitig vor. Eine Facette der Band sind langsame, atmosphärisch getragene Stücke wie „Árás“. Mit einem melodischen Gesamteindruck, der gediegenen Spielgeschwindigkeit und fein ausgearbeiteten Riffs erinnern Skálmöld hier ein Stück weit an Týr. Im Gegensatz zu Týr setzen Skálmöld neben dem Klargesang aber auch sehr raue Vocals ein und sind auch weniger progressiv.

Auch „Sorg“ gehört zu den Downtempo-Liedern, die grob in Richtung Týr gehen. Sehr gelungene Chor-Passagen und die damit verbundene epische Note lässt auch vorsichtige Assoziationen zu Moonsorrow zu, zumal auch Skálmöld über weite Strecken auf Folklore-Instrumente verzichten. Flöte und Konsorten leiten meistens nämlich nur in die Lieder ein, überlassen im Rumpf dann aber den Metal-Instrumenten das Feld.

Von einer anderen Seite zeigen sich Skálmöld in Stücken wie „Upprisa“ oder „För“. Hier geht es mitunter richtig flott zu, ohne dass dabei jedoch das epische Element aus den Augen verloren wird. Eine mit Chören oder zumindest Keyboard getragene Stimmung behalten Skálmöld nämlich auch in ihren schnelleren Stücken bei, den Humppa-Bereich vermeiden die Isländer konsequent.

Die ganze Bandbreite ihres Könnens fahren Skálmöld in den längeren Stücken wie „Kvaðning“ (8 Minuten) oder „Baldur“ (11 Minuten) auf. Neben Chören und Folk-Instrumenten schiebt die Band auch schon mal minutenlang Gitarrenriffs ohne jeglichen Gesang ein. Dazu kommen auch mal Passagen mit richtig Tempo, genauso aber auch schon fast andächtige Stellen.

All dies wird immer mit guten spielerischen Fähigkeiten und einer klaren Produktion umgesetzt – so soll das sein.

Fazit

Ein empfehlenswertes Viking-Metal-Album, stimmungsvoll und vielseitig.

Punkte: 8.5 / 10

 

Rezension: Stefan Frühauf, Stefan(at)dark-festivals.de