Out Of The Dark Tour – Neu-Isenburg 13.10.2011 – Festivalbericht

Die Out Of The Dark Tour, eine Festival-Tournee aus dem Hause Continental Concerts, brachte in diesem Herbst ein abwechslungsreiches Lineup aus verschiedenen melodischen Metal-Bands auf die Bühnen des Landes.

Mit dabei waren Van Canto, Tristania, Serenity, Xandria und Amberian Dawn. Am Donnerstag, dem 13. Oktober gastierte die Show in der Hugenottenhalle Neu-Isenburg. Die Eindrücke des Abends hält dieser Bericht fest.

Das Konzept der Festival-Tournee wurde im europäischen Raum vor allem mit Veranstaltungsreihen der härteren Metal-Genres vorangetrieben. So denkt man heute beim Wort Festival-Tournee gleich an Paganfest, Heidenfest und so weiter. Dass es auch ruhiger geht zeigt die Konzertagentur Continental Concerts, die nun mit der Out Of The Dark Tour eine ruhigere Tournee mit großem Sopran-Anteil durch die Lande schickte.

Der Sopran-Anteil der Out Of The Dark Tour hätte ursprünglich sogar noch größer sein sollen. Eigentlich waren nämlich auch Revamp für die Veranstaltung eingeplant, diese mussten aber aus gesundheitlichen Gründen absagen. An deren Stelle traten dann im finalen Lineup Serenity. In der Besetzung Van Canto, Tristania, Serenity, Xandria, Amberian Dawn machte die Tournee nun am 13. Oktober in der Hugenottenhalle in Neu-Isenburg Halt.

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Amberian Dawn machten den Anfang

Trotz verspätetem Einlass ging der Konzertabend pünktlich um 18 Uhr mit Amberian Dawn los. Die finnische Symphonic-Metal-Band legte erst einmal einen glatten Fehlstart hin, für den sie allerdings nichts konnte. Als die Gruppe nämlich mit ihrem Stück „Talisman“ frohen Mutes auf die Bühne stürmte, war zunächst kein Gesang zu hören. Frontfrau Heidi Parviainen sang zwar tapfer weiter, es kam jedoch nichts davon an.

Noch während des ersten Liedes gelang es der Technik aber das Problem zu lösen und Amberian Dawn konnten richtig loslegen. Dem noch nicht allzu großen Publikum boten die Finnen eine abwechslungsreiche Show. Es setzte sowohl schnelle Lieder als auch ruhigere Stücke wie „Arctica“, bei denen Heidi ihren Sopran voll ausfahren konnte. Im weiteren Verlauf war der Auftritt von Amberian Dawn nicht ganz fehlerfrei, die Gruppe wusste dies jedoch sympathisch zu überspielen.„I think we are a little bit struggeling“, meinte Heidi dazu nur, „that’s why they call it live music“.

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Voller Einsatz bei Xandria

Das Publikum war bei der Show von Amberian Dawn trotz der kleinen Fehler guter Dinge und verabschiedene die Band nach gut 35 Minuten mit gebührendem Applaus. Die anschließende Umbaupause ging sehr schnell, schon gegen 18:50 Uhr standen die Symphonic-Metaller Xandria auf der Bühne. Mit „India“ stimmten sie gleich zu Anfang einen ihrer alten Klassiker an und nahmen die Menge gut mit. Ihre neue Sängerin Manuela Kraller (bei Xandria seit Anfang des Jahres) machte dabei eine gute Figur. Auch die Lieder aus der Frühphase von Xandria, die man wohl auf ewig mit der damaligen Sängerin Lisa Middelhauve asoziieren wird, bot sie mühelos und vertraut dar.

Neue Stücke, die mit Manuela Kraller aufgenommen wurden, gibt es erst Anfang 2012 auf Xandrias kommendem Album zu kaufen. Trotzdem stellte die Band schon zwei ihrer neuen Lieder vor. „Euphoria“ und das angenehm druckvolle „Valentine“ kamen beim Neu-Isenburger Publikum gut an. Um 19.25 Uhr verabschiedeten sich Xandria unter dem Jubel der Menge mit ihrem Evergreen „Ravenheart“.

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Serenity mögen es ruhiger

Gemessen an der Größe der Halle war das Publikum auch jetzt immer noch recht überschaubar, was sich auch den Rest des Abends über nicht mehr grundlegend ändern sollte. Die nächste Band, Serenity, begann ihre Show gegen 19:45 Uhr. Nach den beiden Symphonic-Metal-Bands wurde es mit der österreichischen Power-Metal-Gruppe aber nicht härter, sondern eher noch ruhiger. Ausgerechnet die Tiroler sorgten an diesem Abend nämlich für die ruhigen Töne.

Zum Höhepunkt ihrer Vorstellung wurde folglich die Klavierballade „Fairytales“, die zusammen mit einer Gastsängerin dargeboten wurde. Das Publikum schaltete einen Gang herunter und klatschte artig mit. Zwar hatten Serenity auch einige schnellere Stücke im Programm, insgesamt spielten sie aber ein sehr gediegenes Set. Ganz offensichtlich trafen sie damit aber den Geschmack der Zuschauer, denn bei ihrem Abschied um 20:25 Uhr erntete die Band die ersten Zugabe-Rufe des Abends.

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In Bestform: Tristania

Gegen 20:50 Uhr war es dann Zeit für die norwegische Gothic-Metal-Band Tristania. Die Co-Headliner begannen mit „Year of the Rat“, der Hit-Single ihres aktuellen Albums „Rubicon“, und wurden von den Anwesenden gleich gut aufgenommen. Im Lauf ihres Konzerts legten sich Tristania mächtig ins Zeug, was von Seiten der Zuschauer auch entsprechend honoriert wurde. Die Norweger boten ihren Fans eine hochwertige Show und spielten ein sehr abwechslungsreiches Set.

Neben neuen Stücken gingen Tristania in ihrer Liedauswahl teilweise mehr als zehn Jahre zurück („Beyond The Veil“) und deckten mit ihrem Auftritt sämtliche Facetten ihres musikalischen Werks ab. Hierbei lief die Band geradezu zu Hochform auf – es blieben keine Wünsche offen. Um 21:40 Uhr verabschiedeten sich Tristania von einem wahrhaft begeisterten Publikum.

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Der krönende Abschluss: Van Canto

Anschließend ging es auf den Höhepunkt des Abends zu, denn um Punkt 22 Uhr legten Van Canto mit ihrem A-Capella-Metal los. Schon vor Beginn des Konzerts hatten sich die Fans mit dem „Rakkatakka“-Schlachtruf der Band in Stimmung gebracht. Die Stimmung, mit der Van Canto dann begrüßt wurden, kann man eigentlich nur noch als reine Euphorie beschreiben. Man muss dazusagen: Der Großteil der Bandmitglieder von Van Canto stammt ja aus genau dieser Region.

Und wer Van Canto schon einmal in der Nähe erlebt hat, der weiß eines genau: Die heimische Fan-Basis legt sich mächtig ins Zeug. So brachten die vorderen Reihen schon beim ersten Stück „Lost Forever“ den weichen Hallenboden derart zum Beben, dass man vorne im Fotograben fast seekrank werden konnte. Weiter ging es mit „Wishmaster“ und den beiden neuen Stücken „The Seller of Souls“ vom aktuellen Album „Break The Silence“.

Sowohl Band als auch Publikum haben kräftig Gas und ließen die Temperatur in der Halle stetig ansteigen. Neben weiteren Stücken vom neuen Album („Black Wings Of Hate“, „Primo Victoria“) gab es auch weitere beliebte Cover wie „Rebellion“ und den „Bards Song“ zu hören. Nach dem regulären Ende um 23 Uhr gaben Van Canto dann als Zugabe noch „To Sing A Metal Song“ zum Besten. Zurück blieben rundum strahlende Gesichter – alles in allem eine würdige Headliner-Show und eine gelungene Festival-Tournee.

 

Bericht: Stefan Frühauf, Stefan(at)dark-festivals.de

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