Hexentanz Festival 2016 – Festivalbericht

Vom 29. April bis zum 1. Mai fand in Losheim am See die diesjährige Auflage des Hexentanz Festivals statt. Musikfreunde von nah und fern fanden sich auf dem direkt am Stausee gelegenen Festivalgelände ein und erlebten drei in jeder Hinsicht abwechslungsreiche Festivaltage.

Der Festivalbericht blickt auf die drei Festivaltage und alle 22 auftretenden Bands zurück.

Fotolinks: Teil 1 (Freitag) / Teil 2 (Samstag und Sonntag)

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Hexentanz Festival

Das Festivalgelände in Losheim am See hat sich mittlerweile etabliert. Selbst langjährige Festivalbesucher, die das Hexentanz Festival noch vom Bostalsee her kennen, sehnen sich kaum noch nach Nohfelden-Bosen zurück. Der Vorteil des Losheimer Geländes liegt auf der Hand: Die Hanglage. Was den anwesenden Gastronomen ein organisatorischer Graus sein mag, ermöglicht den Festivalbesuchern nämlich selbst aus der letzten Reihe einen ungehinderten Blick auf die Bühne.

Von der Aufteilung her zeigte sich das Festivalgelände in diesem Jahr überwiegend unverändert. Eine wesentliche Änderung gab es jedoch: Die mittelalterlichen Marktstände, die in den Vorjahren vor dem Einlassbereich und damit außerhalb des eigentlichen Festivalgeländes zu finden waren, wurden nun direkt auf dem Festivalgelände untergebracht. Von den Standbetreibern wurde diese Änderung ausdrücklich begrüßt.

 

Tag 1 – Freitag, der 29. April 2016

Der erste Tag des Hexentanz Festivals firmiert seit Jahren unter dem Titel Walpurgisschlacht und fährt ein musikalisch härteres Programm als die übrigen Tage. Kein Wunder also, dass auch dieses Jahr wieder sieben von acht Bands des ersten Festivaltags verschiedenen Metal-Genres zuzuordnen waren.

Das Wetter zeigte sich zu Festivalbeginn mit grauen Wolken am Himmel, einer Temperatur von 10 Grad, aber immerhin trocken. Was sich nicht sonderlich einladend anhört, war für das sonst oft sturmgeplagte Hexentanz Festival fast schon bestes Urlaubswetter.

Man könnte also meinen, dass Ketzer ziemliches Glück hatten. Die Band, die mit ihrer Mischung aus Black-, Death- und Thrash-Metal um 13:15 Uhr das Musikprogramm eröffnete, hatte aber eher Pech. Der Einlass sollte nämlich erst 15 Minuten vor ihrem Auftritt stattfinden und verzögerte sich dann auch noch.

Es kam wie es kommen musste: Ketzer begannen ihr Konzert als dutzende Festivalbesucher noch am Eingang Schlange standen oder mit den Einlassmodalitäten beschäftigt waren. 15 Minuten zwischen Einlass und Konzertbeginn sind einfach zu wenig. An den anderen beiden Festivaltagen betrug die Karenzzeit zum Glück 30 Minuten.

Ketzer jedenfalls nahmen die überschaubare Zuschauerzahl gelassen und spielten eine ordentliche Show. Gerade für die Position des Openers war die druckvolle Darbietung der Kölner mehr als in Ordnung. Um 13:45 Uhr verabschiedeten sich Ketzer und gaben die Bühne für die erste Umbaupause frei.

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Mit dem Gummischwert in die Schlacht: Skelfir

Weiter ging es um punkt 14 Uhr mit Skelfir aus dem Westerwald. Die Viking-Metal-Band, die relativ untypisch für das Genre ohne E-Bass in der Besetzung auskommt, legte eine schwungvolle Show an den Tag. Um diese Uhrzeit waren die Reihen vor der Bühne natürlich noch etwas licht, Skelfir hatten jedoch schon sichtbar mehr Publikum als Ketzer.

Vor ihrem Lied „Schlachtruf“ teilten Skelfir aufblasbare Gummiwaffen an das Publikum aus. Die Konzertgäste nahmen das auch gut an und tobten sich sogleich damit aus. Den Entertainment-Punkt hatten sich Skelfir damit auf jeden Fall gesichert. Dementsprechend gut war auch der Applaus als die Westerwälder kurz nach 14:30 Uhr die Bühne verließen.

Nach den beiden doch recht brachialen Metal-Bands wurde es um 14:50 Uhr Zeit für den stilistischen Exoten des ersten Festivaltags: Pussy Sisster. Die Glamrock-Band, die auch über die entsprechende Optik des Genres verfügt, trat mit ihrem Stück „Monster“ auf die Bühne und kam gleich gut an.

Die bunte Truppe aus Karlsruhe konnte die Zuschauer über die gesamte Dauer ihres 30-minüten Auftritts bei der Stange halten. Der Applaus beim Abschied der Band war durchweg gut.

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Gernotshagen kamen gut an

Ab 15:45 Uhr standen die Zeichen mit Gernotshagen wieder auf Metal. Die sechsköpfige Gruppe aus Thüringen steht für Pagan Metal mit sowohl Klar- als auch Gutturalgesang. Ihr Auftritt wurde gut angenommen und zog nun auch eine größere Zuschauerzahl an. Platzangst musste vor der Bühne zu diesem Zeitpunkt natürlich trotzdem niemand haben.

Gernotshagen lieferten den Zuschauern eine überzeugende Show. Als sich die Band nach „Schlachtenbruder“ gegen 16:30 Uhr verabschieden wollte, brandeten dann auch die ersten Zugabe-Rufe des Tages auf. So spielten Gernotshagen noch „Dem Skirnir zu Ehren“. Während des Liedes kehrte auch der Sänger von Skelfir – wenn auch nur zur Dekoration – auf die Bühne zurück. Hiernach fand das Konzert von Gernotshagen unter dem Jubel der Fans sein Ende.

Als nächstes stand die Folk/Pagan-Metal-Band Finsterforst auf dem Programm. Vor der Bühne füllte es sich etwas als die Gruppe aus dem Schwarzwald um 16:55 Uhr vor die Menge trat. Die Band animierte ihr Publikum zum Mitmachen und zu teils langen Liedern wie „Lauf der Welt“ feierten die Konzertgäste ordentlich.

Gespielt wurden unter anderem auch die Stücke „Zeit für Hass“ und „Mach dich frei“. Letzteres markierte den Abschluss des Auftritts von Finsterforst, der gegen 17:45 Uhr unter guten Publikumsreaktionen zu Ende ging.

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Souverän: Eisregen

Langsam wurde es nun Abend. Das Wetter blieb kalt, aber immer noch trocken. Eisregen gab es zum Glück nur in Form der Dark-Metal-Band aus Thüringen. Die Gruppe, mittlerweile ohne Keyboarderin unterwegs, begann ihr Konzert um 18:05 Uhr mit dem Titel „Marschmusik“.

Eisregen waren die erste wirklich bekannte Band des ersten Festivaltags und dementsprechend war der Platz vor der Bühne nun auch zum ersten Mal richtig gut gefüllt. Die Band nahm ihre Fans mit Liedern wie „Scharlachrotes Kleid“, „Westwärts“ oder „Gott der Panzer“ gut mit. Ein Höhepunkt war das an Polka angelehnte „Panzerschokolade“, das die Menge zum Tanzen brachte.

Die „Elektrohexe“ wurde schließlich als letztes Lied angekündigt und die Fans mobilisierten noch einmal ihre Kräfte. Um 18:55 Uhr sollte dann Schluss sein, doch sofort brandeten Rufe nach einer Zugabe auf. Eisregen setzten daraufhin noch „Fleischbrand“ nach, was das Publikum mit großem Zuspruch goutierte.

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Eine für das Festival eher untypische Band: Primordial

Mit Primordial stand dann ab 19:20 Uhr eine Band auf der Bühne, die eigentlich gar nicht so recht ins Lineup passte. Die Gruppe aus Irland spielt zwar Metal und wirkte damit auf Anhieb vielleicht weniger exotisch als die Rocker von Pussy Sisster. Bei der Musik von Primordial handelt es sich aber um einen komplexen, doch recht anspruchsvollen Sound, der eben nicht vordergründig auf Ohrwurm-Melodien oder -Refrains ausgelegt ist.

Primordial auf das Hexentanz Festival zu holen und zwischen den zwei Unterhaltungs-Bands Eisregen und Helloween zu platzieren, war also durchaus gewagt. Die Iren waren sich dem durchaus bewusst. „We are sorry to interrupt the party a little bit“, sprach Sänger Alan gleich zu Anfang von der Bühne.

Doch was soll man sagen? Diese „Unterbrechung der Party“ kam durchweg gut an. Primordial hatten viele Zuschauer – wenn auch etwas weniger als Eisregen – und ernteten gute Publikumsreaktionen. Zu Liedern wie „Where Greater Men Have Fallen“, „Babel’s Tower“ oder „Empire Falls“ gingen die Fans mit und klatschten Beifall. Das Fazit zu Primordial auf dem Hexentanz Festival: Hätte schief gehen können, hat aber funktioniert!

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Helloween sorgten für Begeisterung

Pünktlich um 21:00 Uhr war es dann an der Zeit für den ersten Tages-Headliner: Helloween. Mit einer aufblasbaren, groß dimensionierten Variante ihres Kürbis-Bandlogos im Rücken trat die Gruppe auf die Bühne und legte mit „Eagle Fly Free“ gleich richtig los. Die Fans der seit über 30 Jahren bestehenden Power-Metal-Band waren von Anfang an mit dabei und sangen tatkräftig mit.

Vor der Bühne war es nun richtig voll. Lieder wie „God Given Right“, „Steeltormentor“ und „Straight Out Of Hell“ donnerten in die Nacht. Helloween legten ein schwungvolles Konzert in Bestform hin und zeigten sich damit als würdiger Headliner. Das Publikum dankte es mit Begeisterung, klatschte und sang unentwegt mit. Auch zahlreiche Crowdsurfer fanden den Weg über die Köpfe der Menge hinein in den Bühnengraben. Die Stimmung war durchgehend ausgelassen und so fand der erste Tag des Hexentanz Festivals ein gelungenes Ende.

 

Tag 2 – Samstag, der 30. April 2016

Regen und Matsch! Was den Festivalbesuchern am Vortag noch erspart geblieben war, trat nun ein. Schon bei Einlass um 13:00 Uhr war es kalt und regnerisch, was ein Aufhalten im Freien eher ungemütlich machte. Ingrimm, die das Musikprogramm des Tages um 13:30 Uhr eröffneten, hatten trotzdem mehr Publikum als die erste Band des Vortags.

Die Mittelalter-Rock-Band, die mit ihrem früheren Sänger schon vor einigen Jahren auf dem Hexentanz Festival zu Gast war, konnte trotz des Regenwetters Laune machen. Zu schnellen Liedern wie „In Vino Veritas“, aber auch zu ruhigeren Titeln wie „Wolf“ feierten die Fans gut mit. Mit Drehleier und Dudelsack auf und Schirm und Kapuze vor der Bühne war die Stimmung durchgehend gut.

Nach „Sag mir nicht“ als letztem Lied gab es bei dem Abschied der Band um 14:00 Uhr sogar Zugabe-Rufe. Das ist bei einer Eröffnungsband alles andere als selbstverständlich. Insgesamt zeigten sich Ingrimm in Losheim in wirklich guter Form und empfahlen sich damit auch für eine höhere Position im Lineup.

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Vlad In Tears hatten treue Fans im Publikum

Weiter ging es um 14:20 Uhr mit Vlad In Tears. Die Fans – nicht zuletzt die weiblichen – bereiteten der Gothic-Rock-Band gleich einen furiosen Empfang. Der Regen hatte sich inzwischen etwas gelegt, es tröpfelte nur noch. Vlad In Tears brauchten das Publikum nicht lange zu bitten. Alles klatschte fleißig mit und die eingefleischten Fans in der ersten Reihe beherrschten offensichtlich auch gut die Liedtexte.

Gegen 15 Uhr räumten Vlad In Tears unter großem Jubel das Feld. Es gab auch Zugabe-Rufe, für ein zusätzliches Stück war mit Verweis auf die folgende Umbaupause aber keine Zeit mehr. Mit In Strict Confidence brach kurz nach 15:20 Uhr die Zeit der elektronischen Klänge an. Obwohl der Regen nun gänzlich aufgehört hatte, fanden sich zum Konzert der Elektronik-Band etwas weniger Fans vor der Bühne ein als bei Vlad In Tears.

Diejenigen Festivalbesucher, die sich In Strict Confidence ansahen, waren aber guter Dinge. Gebannt verfolgten die Fans die Show, die schließlich mit „Zauberschloss“ ihren Abschluss fand. Nach einer Zugabe verlangte das Publikum beim Abschied der Band nicht, der Jubel war aber durchaus ordentlich.

Um 16:40 Uhr übernahmen Gothminister das Feld. Die norwegische Gothic-Rock- beziehungsweise Gothic-Metal-Band trat mit „Someone Is After Me“ vor die Menge und wurde herzlich empfangen. Die Stimmung war gut und zu Liedern wie „Beauty After Midnight“, „Dusk Till Dawn“ oder „Devil“ feierten die Fans ausgelassen. Auch das Wetter verhielt sich kooperativ. Zwar war es nach wie vor kalt, es blieb aber zunächst trocken.

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Delain konnten auch optisch überzeugen

Als gegen 18 Uhr Delain ihre Show begannen, hatte wieder Nieselregen eingesetzt. Vor der Bühne war es zum Auftritt der niederländischen Symphonic-Metal-Band trotzdem voll. Weder Band noch Fans ließen sich vom Wetter abschrecken. Sängerin Charlotte schien auch die Kälte nichts auszumachen, hatte sie doch einmal mehr ein durchaus Aufmerksamkeit erregendes Outfit ausgewählt.

Die Band riss ihre Fans von Anfang an mit. Lieder wie „Stardust“ brachten das Publikum im Handumdrehen in Fahrt. Delain übten sich während ihres Auftritts auch im synchronen Springen und Headbangen und forderten ihre Fans auf, es ihnen gleichzutun. Die kamen dem auch direkt nach. Unterdessen hatte es sich richtig eingeregnet, doch der Stimmung tat das keinen Abbruch. Hunderte springende und im Regen feiernde Delain-Fans sorgten für eine tolle Atmosphäre und einen Rasen, von dem bald nicht mehr viel übrig war.

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Partystimmung im Regen: Korpiklaani

Nach „We Are The Others“ als letztem Lied endete der rundum gelungene Auftritt von Delain um 18:50 Uhr unter dem großen Beifall der anwesenden Fans. Es regnete unaufhörlich weiter als um 19:25 Uhr dann Korpiklaani zu sehen waren. Die finnische Folk-Metal-Band gab Vollgas und begeisterte die Fans ab dem ersten Lied.

Songs wie „Journey Man“, „Wooden Pints“ oder „Vodka“ hielten das Publikum durchgehend in Bewegung. Trotz des Regens machten sich auch einige Crowdsurfer auf die Reise – erst nur einzelne, dann aber immer mehr. Korpiklaani konnten mit ihrer schwungvollen Show und einem enormen Spaß-Faktor voll überzeugen. Nach „Beer Beer“ verließen die Finnen kurz nach 20:35 Uhr sehr schnell die Bühne, sodass niemand mehr nach einer Zugabe rufen konnte. Der Jubel war trotzdem enorm.

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NDH-Rock am Rednerpult: Eisbrecher

Um 21:20 Uhr schlug die Stunde von Tages-Headliner Eisbrecher. Die Bühne war zunächst komplett dunkel als ein Schiffshorn erklang. Das war das Signal für die NDH-Rocker, die Bühne zu betreten. Die Fans waren schon beim Aufgang der Band bester Laune und gemessen an den Wetterverhältnissen – noch immer regnete es in Strömen – auch noch zahlreich vorhanden.

Sänger Alexx trat in einer dem amerikanischen Bürgerkrieg nachempfundenen Uniform samt großem Hut vor die Fans. Das erste Lied „Verrückt“ sang er in ein Mikrofon, das an einem Rednerpult befestigt war. Nach „Verrückt“ wurde das Rednerpult entfernt und Alexx, der zuweilen mit Spielgeld um sich warf, absolvierte das nun folgende „Willkommen im Nichts“ mit normalem Mikrofon.

Im noch immer anhaltenden Regen feierten die Fans weiter ausgelassen. Die Reihen der Zuschauer dünnten sich mit der Zeit aufgrund der Witterungsverhältnisse zwar etwas aus, die Stimmung blieb aber durchgehend bestens. Diese gelungene Eisbrecher-Show, bei der nicht nur der Name der Band für maritime Assoziationen sorgte, wird vielen Besuchern des Festivals sicher lange in Erinnerung bleiben.

 

Tag 3 – Sonntag, der 01. Mai 2016

Kleidung und Schuhe der meisten Festivalbesucher waren noch nicht trocken, da brach auch schon der dritte und letzte Veranstaltungstag an. Im Gegensatz zum Vortag hatte das Wetter nun aber Erbarmen mit den Musikfreunden. Zur Einlasszeit um 13:00 Uhr war es zwar noch kalt, die Sonne kam aber langsam durch und es wurde tatsächlich immer wärmer.

Beste Voraussetzungen also für Elmsfeuer. Die Folk-Rock-Band mit piratiger Thematik und Optik legte um 13:30 Uhr los und sah sich einer für diese Tageszeit ordentlichen Zuschauerzahl gegenüber. Im Laufe des Auftritts wurde die Zahl der Interessierten auch noch größer.

Elmsfeuer fanden durchaus Anklang, in der ersten Reihe wurde sogar schon fleißig gehüpft. Um 14:00 Uhr war dann Schluss, der Applaus für die Freibeuter war wirklich gut. 20 Minuten später ging es mit der Hamburger Folk-Metal-Band Vogelfrey weiter. Die animierten die Menge gekonnt zum Mitmachen und sangen mit ihren Fans quasi die Sonne herbei.

Nun wurde es nämlich warm und richtig angenehm. Einige Fans lauschten dem Konzert bald sogar oberkörperfrei. Vogelfrey machten durchgehend gute Stimmung und beendeten ihren Auftritt um 15 Uhr dann mit „Heldentod“. Den rundum gelungenen Auftritt bedachten die Fans mit reichlich Applaus.

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Mit Vogelfrey kam auch die Sonne

Um 15:20 Uhr begannen Maerzfeld ihr Konzert. Manche kennen die Musiker vielleicht auch in Form ihrer parallel betriebenen Rammstein-Coverband Stahlzeit. Die Stimmung beim Auftritt der NDH-Rocker war schon zu Anfang recht gut, im Laufe des Auftritts nahmen Maerzfeld dann auch immer mehr Zuschauer für sich ein.

Vor der Bühne waren die Reihen ziemlich durchlässig, doch viele Fans verfolgten die Show im Gras sitzend von weiter hinten aus. Das relativ warme Wetter machte dies nun ohne weiteres möglich, am Vortag wäre wohl noch niemand auf die Idee gekommen. Gegen Ende ihrer Show mussten Maerzfeld ein Lied aufgrund technischer Probleme abbrechen, legten nach der kurzen Unterbrechung aber gleich wieder voll los. Der Applaus bei ihrem Abschied um 16:10 Uhr war ordentlich.

Pünktlich um 16:40 Uhr und immer noch bei Sonnenschein ging es mit Ragnaröek weiter. Die Mittelalter-Rock-Band aus Norddeutschland war recht kurzfristig im Lineup gelandet und sprang für Dope Stars Inc. ein, die ihre Teilnahme am Festival zuvor abgesagt hatten. Ragnaröek traten mit „Alles dreht sich“ auf die Bühne und wurden dabei von Feuerspuckern begleitet.

Trotz einer nicht immer optimalen Abmischung legte die Band einen schwungvollen Auftritt hin. Die Nordlichter wurden durchgehend gut angenommen, zu Liedern wie „Dornig“ oder dem „Knochenschiff“ herrschte Feierlaune. Zwischendurch erhielten Ragnaröek auch immer mal wieder Unterstützung durch ihren Schmied beziehungsweise Feuerspucker und ihre Animierdame.

Mit dem „Spielmann“ und „Fleisch“ holten die Mittelalter-Rocker zum Schluss noch einmal alles aus ihren Fans heraus und setzten dabei abermals Feuereffekte ein. Leider war beim „Spielmann“ der Dudelsack derart leise abgemischt worden, dass man ihn kaum hören konnte. Der Stimmung tat dieses Malheur aber keinen Abbruch, die Publikumsreaktionen waren ausgesprochen gut.

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Gut aufgelegt: Letzte Instanz

Ausgesprochen gut blieb auch das Wetter, zeitweise gab es sogar Warteschlangen am Eisstand. Um 18:10 Uhr war es vor der Bühne richtig voll, denn die Letzte Instanz stand auf dem Programm. Die Gothic/Folk-Rock-Band nahm ihr Publikum wie im Flug. Die Fans klatschten mit und rissen auf Kommando begeistert ihre Hände nach oben. Mit „Wir sind eins“ gab die Band auch ein Lied aus ihrem kommenden Album „Liebe im Krieg“ zum Besten.

Die Menge ging durchgehend voll mit. Als letztes Lied wurde schließlich „Rapunzel“ angekündigt, das schließlich als Grundlage für ein Medley diverser Lieder diente. Die Stimmung erreichte einen Höhepunkt, Cellist Benni Cellini drehte als Crowdsurfer eine Runde über die Menge und nach einer Zugabe endete der Auftritt der Letzten Instanz um 19:05 Uhr unter tosendem Applaus.

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Sehenswert: Lacrimosa

Kurz nach 19:30 Uhr wurde es mit Lacrimosa schon Zeit für die vorletzte Band. Die Gothic/Symphonic-Rock-Band trat zu einem Intro auf die Bühne und legte dann mit „Ich bin der brennende Komet“ los. Ihre Fans klatschten ab dem ersten Takt mit. Lacrimosa spielten einen sehenswerten Auftritt, bei dem zwischen der Band und ihren treuen Fans in den vorderen Reihen eine besondere Atmosphäre lag.

Nach Stücken wie „Kaleidoskop“, „Schakal“, „Die unbekannte Farbe“ oder „Feuer“ wurde schließlich „Irgendein Arsch ist immer unterwegs“ als letztes Lied angekündigt. Sofort nach dessen Verklingen brandeten Zugabe-Rufe auf. So spielten Lacrimosa schließlich noch „Keine Schatten mehr“ hinterher und verließen kurz nach 21:00 Uhr unter dem großen Jubel ihrer Fans die Bühne.

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Eluveitie überraschten mit einem Akustikteil

Der Auftritt von Eluveitie und damit die letzte Show des Abends und auch des Festivals begann um 21:30 Uhr. Die Folk-Metal-Band aus der Schweiz kam auf die Bühne, vor der der Zuschauerbereich nun bestens gefüllt war. Im Publikum war die Stimmung von Anfang an großartig, wozu populäre Lieder wie „Thousandfold“ ihren Beitrag leisteten. Einen ersten Höhepunkt erreichte die Show als Eluveitie ihr Stück „The Call Of The Mountains“ in einer Version auf Schweizerdeutsch sangen („De Ruef vo de Bärge“).

Das Stück kam derart atmosphärisch und mitreißend herüber, dass es sogar Zwischenapplaus gab. Wenig später folgte eine Überraschung, denn Eluveitie bauten einen (bis auf den E-Bass) akustischen Teil in ihr Programm ein. Sänger Chringel erklärte dazu, dass die Band derzeit an ihrem zweiten Akustikalbum arbeite. Von diesem wurde auch gleich ein neues Stück vorgestellt.

Um 22:15 Uhr schalteten Eluveitie dann wieder auf Metal um und begeisterten die Menge mit ihrer Vielzahl an Instrumenten und Sprachen. Um 22:30 Uhr erfolgte die Ansage, dass noch zwei Lieder gespielt werden würden. Als diese verklungen waren, verlangen die Fans umgehend nach einer Zugabe. Eluveitie ließen sich Zeit und traten in aller Ruhe mit einem gesonderten Intro auf die Bühne zurück. Die Fans reagierten euphorisch. Als Zugabe folgte dann schlussendlich – wie könnte es anders sein – das wohl bekannteste und beliebteste Stück von Eluveitie: „Inis Mona“. Das Publikum gab noch einmal alles und das Hexentanz Festival erhielt seinen furiosen Abschluss.

 

Insgesamt zeigte sich das Hexentanz Festival erneut als eine durchgehend erlebenswerte Veranstaltung. Die stilistische Bandbreite des Festivals, die von unterschiedlichen Metal-Genres über Gothic- und Mittelalter-Rock bis hin zu NDH reicht, brachte in Losheim Fans verschiedenster Hintergründe zusammen.

Den Ruf als die Szene-Veranstaltung im Saarland hat das Hexentanz Festival in jedem Fall souverän verteidigt.

 

Bericht: Stefan Frühauf, Stefan(at)dark-festivals.de

2 thoughts on “Hexentanz Festival 2016 – Festivalbericht

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